Profile – Der Blick durch den Desktop

Ein Film über eine Journalistin, die durch ein Fakeprofil mit einem IS Rekrutierer Kontakt aufnimmt.

Auffällig ist der Erzählraum, in dem sich der Film bewegt. Zu sehen ist nur der Desktop der Journalistin, durch den die Zuschauer aus ihrem Leben erfahren.

Wir sind der Desktop, sobald Amy Skype oder Facetime öffnet, sehen wir sie in ihrer Umgebung und natürlich die andere Seite des Skypegesprächs. Sonst sehen wir was sie googelt, welche Musik sie hört und hören auch ihre Stimme.

Wir gucken, wie durch ein Fernrohr auf Amy, sehen, dass sie einen Hund hat, dass sie in London lebt, dass sie einen Freund hat.

Eine gewöhnliche Frau, die durch eine finanzielle Notlage gezwungen ist einen neuen Auftrag anzunehmen. Im Vordergrund steht: so viele Informationen wie möglich auszupressen, den IS Rekrutierer verführerisch davon zu überzeugen, nach Syrien gehen zu wollen, ihn zu heiraten.

Mich hat vor allem überrascht wie spannend der Film die ganze Zeit blieb, wie viel ich von der Journalistin erfahren konnte und wie sich die Beziehung zwischen dem IS Rekrutierer und der Journalistin allmählich aufbaut.

Ganz neu und einfach genial!

Profile / Regie: Timur Bekmambetov/ 105 Minuten / Englisch / Sektion Panorama Special

Titelfoto: salmajaber

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