„Als wir zum ersten Mal hierher gebracht wurden und den Flughafen gesehen haben, dachten wir, dass Deutschland uns wieder nach Syrien abschieben wird. Das war das Lustigste was uns in diesem Flughafen passiert ist“, sagt Ibrahim.
Ibrahim ist einer von zwei Darstellern im Film Zentralflughafen THF von Karim Ainouz, der in der Sektion Panorama Dokumente gezeigt wurde. Er ist 19 Jahre alt und kommt aus Syrien.
Es geht im Film um sein Leben in Deutschland und um das des zweiten Darstellers, Qutaiba. Er ist Mitte dreißig, kommt aus dem Irak und war dort Arzt. Die Dreharbeiten des Filmes dauerten ein Jahr. Man konnte sehen, wie sich das Leben der beiden, bzw. der Ort, wo sie leben, das Tempelhofer Feld verändert.
Es wurde nicht nur gezeigt, wie das Leben innerhalb des Gebäudes ist, sondern auch, wie es draußen aussieht, wenn die anderen Besucher zum Park des ehemaligen Flughafen kommen.
Vom Leben auf dem Tempelhofer Feld, dem langen Warten auf einen gesicherten Aufenthalt und dem Umzug in eine andere Wohnung wird erzählt. Währenddessen wird draußen gejoggt, gegrillt, Shisha geraucht und gespielt.
Am Besten gefallen hat mir, dass es niemals langweilig war, obwohl nur an einem Ort gedreht wurde. Es wurde immer wieder aus einer neuen Perspektive gefilmt.
Die Darstellung war sehr angemessen, es wurde gezeigt wie es ist. Man hat nicht das Gefühl bekommen, dass die Darsteller eine Rolle spielen. Ich hatte das Gefühl, dass der Regisseur ihr Vertrauen ( das der beiden Darsteller ) gewonnen hat.
Was mir an dem Film nicht gefallen hat ist, dass der Film nicht viel Neues gezeigt hat. Ich habe nur gesehen, was ich schon kenne. Deswegen finde ich, dass der Film für Menschen ist, die sich nicht mit dem Alltag von Geflüchteten auskennen.
Wäre einer der beiden Darsteller eine andere Persönlichkeit gewesen, hätte ich doch etwas Neues erfahren. Beispielsweise, wenn gezeigt worden wäre, wie ein Geflüchteter in kurzer Zeit großen Erfolg in Deutschland hat oder Alkoholiker geworden ist, obwohl er mit Hoffnung nach Deutschland gekommen ist, dann hätte ich den Film anders wahrgenommen.
Fotos: Gusztáv Hámos
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