Reales Leben

„No script, no fake emotional“ sagte der Regisseur Tamer Jandali über seinen Film Easy Love, der in der Sektion Perspektive Deutsches Kino gezeigt wurde. Abgesehen davon kann man über seinen Film sagen, dass alle Charaktere, die im Film spielen, von realen Charakteren und realen Situationen inspiriert sind.
Vielleicht sind deshalb Bildaufnahmen und Kamerafahrten näher am Dokumentarfilm als am Spielfilm dran. Easy Love setzt sich mit dem Thema „Sex und Liebe“ auseinander. Zu Beginn antworten in Interviewform die drei Protagonisten auf Frage, wie: „Was ist Dir am Wichtigsten im Leben?“ Im Laufe des Filmes sehen wir, dass sich ihre Meinung ändert. Eigentlich erleben sie es genau anders, als wie sie es im Interview am Filmanfang gesagt haben. Hier zeigt uns der Film, inwieweit sich Meinungen in der Praxis des Leben ändern können. Ein Charakter ist eine junge Frau, die im Interview sagt: “ Alles ist für mich egal!“ Aber in der Praxis des Lebens erlebt sie viele Schwierigkeiten, die ihr nicht mehr egal sein können. Ein anderer Charakter ist ein junger Mann, der im Interview meint: „Liebe existiert nicht. Man muss das Leben nur geniessen.“ Der Film zeigt uns, dass er sich aber verlieben wird. Der dritte Charakter ist ein Mädchen, die lesbisch ist. Ihre Meinung über Liebe oder Sex ist: „Liebe ist die Basis des Lebens, ohne Liebe hat das Leben keine Bedeutung für mich.“ Sie hat eine Beziehung, die für sie sehr wichtig ist. Der Film zeigt uns, wie sie wegen Problemen ihre Beziehung verliert. Alle Charaktere sind in diesem Sinne in der gleichen Situation, sie erleben etwas etwas was konträh zu ihren Aussagen steht. Sie können aber auf andere Art und Weise ihre Probleme lösen.
Der Film veranschaulicht, dass der Mensch sein Leben selbst gestaltet. Und was der Mensch sagt, von von er/sie spricht, ist nicht unbedingt das „reale Leben“. Der Mensch realisiert sein Leben selbst.

Text von sajadbayeqra

Kranke Kunst

System K ist ein Film, in dem Menschen durch Schöpfung von Kunst überleben. Vier Jahre hat es gedauert, bis der Film fertig gestellt werden konnte.
Der Film zeigt uns, dass Kunst sich nicht beschränken lässt. Egal, ob man in Armut oder in Luxus lebt, man kann Kunst schöpfen.
Im System K sieht man Menschen , die in Armut leben. In dieser Situation bringt Kunst ihnen Hoffnung.
In dieser Stadt gibt es eine Art Protestkunst, die nach freien Glauben, Religion und ethnischen Gruppen suchen. Die Stadt ist voll mit armen Menschen, die das System missachten, sie gestalten ihr eigenes System.
Kunst gibt den Menschen Hoffnung, sowohl den Künstlern als auch der Bevölkerung, um für eigenen Ziele zu kämpfen und sie zu erreichen. Von daher ist der Film sehr empfehlenswert.

Film: System K, Sektion Panorama, Regie: Renaud Barret

Text von sajadbayeqra

 

Früher oder später

Der Film handelt von einer behinderten jungen Frau, die auf der Suche nach ihrer Identität ist. Hikari (37 Sekunden), Sektion Panorama zeigt den Weg. Die Schwierigkeiten auf diesem Weg sind: ohne Vater aufzuwachsen, ohne Sex und enge Freunde. Mit diesen Leerstellen findet sie sich in ihrem Leben nicht zu recht und kann es nicht geniessen. Ihre Mutter leidet mit. Dieses Mitleid führt dazu, dass sie nicht selbständig leben kann. Es fehlt diese Selbständigkeit in ihrem Leben. Zu beginn des Films steht der Erfolg einer Kollegin, die ihr Zeichentalent ausnutzt. Die Kollegin veröffentlicht ihr Comicbuch unter eigenem Namen und startet damit eine Karriere. Dies ist schwer für die junge Frau. Sie gibt nicht auf und findet eine neue Herausforderung: Sie zeichnet ein Porno-Comicbuch. Dadurch sammelt sie neue Erfahrungen: neuen Lifestyle, mehr Spaß im Leben, Erweiterung der Freundkreise. Das ist der Moment im Filme, wenn sie nach ihrer Identität sucht. Sie weiss kaum etwas über ihre Vergangenheit, was sie in ihrer Kindheit erlebt hat. Sie sucht nach ihrem Vater, um mehr über sich selbst heraus zu finden. Dabei erfährt sie etwas Neues: Ihre Zwilingsschwester wurde 37 Sekunden früher als die Protoganistin geboren. Sie ist aber nicht behindert. Die Protoganistin leidet unter einer körperliche Behinderung wegen dieser 37 Sekunden, in denen sie ohne Sauerstoff war. Im Laufe des Films erreicht sie etwas Besonderes: ihre Identität. Fast am Ende des Films sagt sie einem Freund, der ihr bei der Suche nach der Schwester geholfen hatte: „Es wäre gut, wenn ich 37 Sekunden früher geboren wäre … vielleicht ist es so auch gut, dass ich 37 Sekunde später geboren bin.“

Texxt von sajadbayeqra

Vergessene Held*innen

„What we left unfinished“ ist ein Dokumentarfilm von Mariam Ghani, der Material aus dem Nationalarchiv Afghanistans verwendet. Trotz des spannenden Themas ist der Film eher durchschnittlicher. Ich erzähle in diesem Text, was mich an diesem Film beschäftigt. Der Inhalt basiert auf einer wahren Geschichte. Es geht darin um das Leben der Filmschaffenden, die in den 60er Jahren bei Afghanfilm tätig waren.

Diese Filmschaffenden waren nicht so professionel. Es gibt Gründe dafür. Einerseits existierte in den 60er Jahren in Afghanistan keine Filmakademie und guten Ausbildungsmöglichkeiten. Anderseits stand nicht ausreichend Equipment zur Verfügung. Afghanfilm wurde aus politischen Gründen mit staatlichen Budget gegründet. In den nächsten Jahren produzierte das Institut angelehnt an die Ästhetik des sowjetischen Kinos ideologisch-politische Propagandafilme. Der Film zeigt, wie afghanische Filmschaffende damals trotz Probleme und Herausforderungen Filme produzierten. Frauen begegneten in diesem Beruf besondere Schwierigkeiten. Sie wurden wegen ihrer Arbeit als Prostituierte bezeichnet und von ihren Familien sowie der traditionellen Gesellschaft ausgestoßen.

Maryam Ghanis stellt die sozialen Aspekte, wie Frauen in der Filmindustrie, nicht genügend dar. Sie konzentriert sich vielmehr auf die politische Propaganda und die Rolle, die die Sowjetunion bei der Filmherstellung spielte. Finanzierung, Equipment und Know-How von Afghanfilm kam zum größten Teil aus der Sowjetunion. Weiterlesen „Vergessene Held*innen“

Leben zwischen zwei Unfällen

Der Wettbewerbsfilm „Der goldene Handschuh“ von Fatih Akin ist eine Adaption von einer realen Geschichte, die unterhaltsam ist, obwohl es von einem Serienmörder handelt. Wir sehen im Detail wie er mordet und die Frauenleichen zerstückelt und verschwinden lässt. Er versteckt Körperteile in der eigenen Wohnung, in Schränken und Kommoden Es riecht verwest. Weiblichen Gäste, die er mit zu sich nimmt, erzählt er, dass der Geruch von den Nachbarn kommt.

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